7 Mythen über Funnel

Hast du jemals „Mehr Kunden online gewinnen“ in die Google-Suchleiste eingegeben? Dann hast du wahrscheinlich den Ratschlag erhalten, einen sogenannten „Sales-Funnel“ oder „Marketing-Funnel“ zu erstellen, um kontinuierlich Besucher auf deine Website zu lenken, die sich automatisch in Kunden verwandeln. 

Nunja, das ist prinzipiell ein guter Rat, doch dann geht es los mit all den Meinungen dazu.

In diesem Blog-Beitrag werden wir einmal mit den größten Mythen aufräumen, die sich so um die Funnel ranken.

Doch first things, first:

Was ist eigentlich ein Funnel?

Funnel Grundbild: Trichter mit Stufen

Bevor wir uns also kopfüber in die Materie stürzen, lassen uns erst einmal definieren, was ein Funnel genau ist und wie er dir helfen kann.

Ein Funnel ist im Grunde genommen die Darstellung der Reise deines Kunden bis zum Abschluss eines Verkaufs. 

Anders ausgedrückt: Ein potenzieller Kunde durchläuft verschiedene Phasen, bevor er tatsächlich einen Kauf tätigt. 

Dabei geht es um Aufmerksamkeit, Vertrauen aufbauen und Konversion.

In jeder dieser Phasen hat ein potenzieller Kunde unterschiedliche Absichten, Bedürfnisse und handelt dementsprechend unterschiedlich. 

Ein Funnel unterteilt die Kundenreise in Abschnitte, sodass du den Kunden in jeder Phase entsprechend ihren spezifischen Erwartungen und Anforderungen betreuen kannst.

Und jetzt geht es los mit:

X Mythen über Funnels – entlarvt!

Mythos Nr. 1: Funnels sind ewig lang

In unserer Gesellschaft wird oft „größer“ mit „besser“ assoziiert. 

Doch dieser Glaube hält nicht der Realität stand. 

Beim Aufbau eines Sales Funnels gibt es unzählige verschiedene Elemente, die man ausprobieren und optimieren kann. 

Natürlich möchte man jedes davon testen, um herauszufinden, wie es sich auf das eigene Geschäft auswirkt. 

Doch dies kann dazu führen, dass ein einfacher, dreistufiger Funnel auf bis zu 10 Stufen erweitert wird, was den gesamten Prozess unnötig verlängert und komplizierter macht.

Es mag zunächst reizvoll erscheinen, einen mehrstufigen Funnel zu entwerfen, doch in Wahrheit ist dies nicht erforderlich. 

Tatsächlich könnte es sich negativ auf deine Leistung auswirken. 

Wenn du am Ende versuchst, zu viele Dinge gleichzeitig zu optimieren, wirst du wahrscheinlich verwirrt sein und nicht wissen, welche Optimierung zu welchem Ergebnis geführt hat. 

Zudem ist Marketing am effektivsten, wenn es für den Verbraucher so einfach wie möglich ist. 

Mit anderen Worten, du musst seine Denkprozesse reduzieren, indem du ihm weniger Auswahlmöglichkeiten gibst. 

Ich empfehle das KISS-Prinzip, um deinen Funnel in der richtigen Länge zu halten:

Das KISS-Prinzip steht für „Keep it Simple and Significant“ (Oder im Original aus der Navy: Keep it simple and stupid).

Einfach ausgedrückt, fordert dich das KISS-Prinzip dazu auf, einen Prozess so einfach wie möglich zu gestalten, ohne dabei an Qualität einzubüßen. 

Oftmals äußert sich das in einer Reduzierung der (unnötigen) Wahlmöglichkeiten für den Verbraucher. 

Dadurch entsteht nicht nur eine übersichtliche und leicht navigierbare Landingpage, sondern auch ein klarer Pfad für die Personen im Funnel, ohne Verwirrungen oder Unterbrechungen.

Auf diese Weise hilft dir das KISS-Prinzip dabei, einen klaren Funnel zu erstellen, indem dir niemand verloren geht.

Letztendlich führt dies dazu, dass möglichst viele Menschen die unteren Stufen des Funnels erreichen und konvertieren!

Das Ziel: Kundengewinnung ist kein Problem mehr!

Mythos #2: Je kürzer ein Funnel, desto besser

Im ersten Mythos habe ich dir geraten, deinen Funnel so kurz wie möglich zu gestalten.

Jetzt sage ich dir, dass ein kürzerer Funnel nicht immer die beste Wahl ist.

Was ist denn nun los?

Funnels sind jedoch nicht so einfach wie sie scheinen, wenn man nur ihre Länge betrachtet.

Die Qualität eines Funnels hängt tatsächlich von vielen verschiedenen Faktoren ab, wobei die Länge nur einer davon ist.

Weitere Faktoren sind:

Das Produkt, das du verkaufen möchtest
Die Zielgruppe, an die du das Produkt verkaufen möchtest
Der Preis und die Qualität des Produkts
Die Customer Journey, die du abbilden möchtest
Die Markenbekanntheit

Es ist zwar richtig, dass du deinen Funnel nicht länger gestalten solltest als nötig, doch du solltest ihn auch nicht auf ein Minimum reduzieren, nur damit er kurz ist.

Letztendlich geht es darum, den Nutzern in einem Funnel alles zu bieten, was sie brauchen, um sich von potenziellen Kunden zu wiederkehrenden Kunden zu entwickeln.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Mythos #3: Funnels sind nur für Online-Unternehmen und Coaches

„Sales Funnels sind doch eher etwas für diese amerikanisierten Coaching-Unternehmen, Speaker oder Online-Unternehmen, oder? Ist das nicht zu verkaufslastig für unsere Zielgruppe?“

“Ich brauche das nicht, ich habe Social Media!”

Das höre ich regelmäßig in meinen Gesprächen oder per Nachricht.

Lass uns da mal reingehen. Was macht denn ein Funnel für dich, wenn du ein offline Unternehmen (egal, ob mit oder ohne online Shop) hast?

Vor allem führt dein Funnel deine Menschen, damit sie nicht verloren gehen.

Eine Webseite ist im Jahr 2023 Grundausstattung für jedes Unternehmen und ein wichtiger Part für deinen Funnel.

Die Antwort lautet also: Ja, auch wenn du ein lokales Unternehmen bist, kann ein Online-Funnel darüber entscheiden, ob dein Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich sein wird.

Lass dir nicht die Macht des Internets entgehen und ermögliche es potenziellen Kunden, dich online zu finden.

Der einzige Unterschied zwischen einem Online-Unternehmen, das einen (Online-)Funnel nutzt, und einem lokalen Unternehmen besteht in der Nutzung digitaler Medien.

Während bei einem Online-Geschäft der Funnel weitgehend automatisiert ist, besteht der Funnel eines Offline-Geschäfts oft aus einer Kombination von Online- und Offline-Elementen.

Um auf unsere Funnel-Visualisierung am Anfang zurückzukommen: Ein Funnel kann online beginnen, um Aufmerksamkeit für dein Offline-Geschäft zu erzeugen, und sich dann allmählich in einen Offline-Funnel verwandeln, der potenzielle Kunden in dein Geschäft führt, wo sie das Produkt erleben und von einem Verkäufer beraten werden können.

In anderen Fällen kann ein Offline-Geschäft einen Online-Funnel bis zur „Überlegungsphase“ nutzen, z.B. indem es einen Online-Rabatt anbietet, der im Ladengeschäft eingelöst werden kann, oder indem es ein persönliches Treffen bucht.

Für die online Unternehmen & Unternehmer: ja, auch du als Coach brauchst einen Funnel, wenn du dein Unternehmen wachsen lassen möchtest.

Ich weiß, dass am Anfang das keine Pflicht ist.

Doch es kommt für alle der Moment, wo Räucherstäbchen & Social Media nicht mehr reicht. Du musst dich entscheiden: Bist du Unternehmer, ja oder nein?

Besonders als Coach, Trainer & Berater profitierst du durch die Automationsmöglichkeiten. Mehr Zeit für Kunden – yeah 🥳

Außerdem:
Da immer mehr Kommunikationskanäle entstehen, ist es wichtig, ein System zu haben, das dabei hilft, Traffic in Leads oder Verkäufe umzuwandeln, ohne dabei von Kommunikation und Verwaltung überfordert zu sein.

Welcher Sales Funnel ideal ist, hängt wie immer von deinem Unternehmen, deinen Produkten und deiner Zielgruppe ab!

Mythos #4: Bezahlter Traffic ist ein Muss für Funnels

Ein weiteres großes Missverständnis über Funnels ist der Gedanke, dass du bezahlten Traffic benötigst, um einen Funnel zu starten. (Ich kann dir jetzt schon sagen, dass das nicht die Wahrheit ist!)

Kaum eine andere Traffic-Quelle ist so vorhersehbar und leicht zu steuern wie Paid Traffic, weshalb er oft die offensichtliche Wahl ist, wenn es darum geht, eine Traffic-Quelle für einen Funnel auszuwählen.

Besonders kleinere Unternehmen, die gerade erst anfangen, profitieren von der Geschwindigkeit, mit der der Traffic generiert wird, sobald ein paar Euro für Anzeigen ausgegeben werden…

Doch obwohl es die naheliegende Wahl ist, ist es definitiv nicht die einzige, und es gibt andere Traffic-Quellen, die genauso gut oder sogar besser sein können!

Andere Traffic-Quellen für deinen Funnel können sein:

Organische Suche: Erstelle SEO-optimierte Inhalte, die voller Mehrwert sind.
Soziale Medien: Baue eine vertrauenswürdige Online-Präsenz auf und knüpfe Beziehungen zu deinen Followern auf Plattformen wie Facebook, LinkedIn, Instagram, usw.
Sei zu Gast: In Podcasts, auf Blogs …
Eine bestehende E-Mail-Liste: Nutze aktiv E-Mail-Marketing, um zu verkaufen.

Welche organische Traffic-Quelle fällt dir noch ein?

 

Du überlegst schon länger, ob in bezahlter Werbung doch ein Schlüssel für dich liegt? Dann lass uns noch schnell mit 7 Vorurteilen aufräumen und dich startklar machen.

Lies dafür hier weiter (klick).

Mythos #5: Man muss total Ahnung von Technik haben

Beim Aufbau eines Funnels geht es um die Erstellung von Landingpages, die Verlinkung mit Formularen, E-Mail-Marketing und die kontinuierliche Optimierung dieser Technik anhand deiner Analysedaten (also irgendwie musst du auch noch die Daten tracken).

Das klingt nach furchtbar viel Technik!

Ich kann dich beruhigen: Es ist alles machbar, dank der aktuellen Entwicklung.

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Tools für den Funnel-Aufbau etabliert, die nach dem Baukastensystem arbeiten.

Diese erleichtern dir das Leben enorm, indem sie den Prozess deiner Funnels visualisieren und dir bestimmte Vorlagen anbieten.

Ich arbeite gern mit diesen Tools:
WordPress
DIVI / Elementor
Thrive (für die A/B Tests & Deadline Funnels)
Acitve Campaign für E-Mail-Marketing
Google Analytics
Meta
Google Ads
Thrivecart
Zapier

Weitere hilfreiche Tools rund um den Funnel findest du in unserer Toolbox!

Mythos #6: Funnel aufbauen ist teuer

Dieser Mythos geht oft Hand in Hand mit dem vorherigen.

Schließlich sind Funnel-Tools nicht kostenlos. Und es gibt endlos viele, vom Full-Funnel versprechen über viele kleine Tools, die dieses und jenes können.

Da stellt sich doch die Frage, wo du anfangen sollst, welches denn nun das richtige ist und was du wirklich wirklich brauchst.

Diese Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Denn es kommt darauf an, was für einen Funnel du möchtest, wie deine Funnelwelt aussehen wird und wie individuell es gern hast.

Es gibt großartige Full Funnel Tools, wie Funnelcockpit und Clickfunnels. Doch das sind eben Baukästen, die ihre Grenzen in der Gestaltung haben.

Der Vorteil: sie haben bereits eingebaute A/B Test – Möglichkeiten.

Ich bin ungern so abhängig oder eingeschränkt. Deswegen habe ich mich für den Weg mit WordPress & Plugins entschieden.

Das bedeutet, ich habe das ein oder andere Tool dazu gebucht.

Wenn ich feststelle, dass ich es doch nicht benötige oder es gefällt mir nicht, dann kündige ich es eben wieder.

Wenn mir am Baukasten etwas nicht gefällt, dann habe ich keine andere Wahl.

Was bist du für ein Typ? Individuell oder hauptsache easy peasy?

Beides ist ok und beides kostet in etwas gleich viel.

Fazit: Funneln ist nicht besonders teuer. Es ist die übliche Technik, die ein wachsendes Unternehmen nun mal benötigt.

Mythos #7: Funnels sind doch alle gleich

So sehr dir Funnel-Gurus auch erzählen mögen, dass es einen universellen One-Size-Fits-All-Funnel gibt, der für jedes Produkt, jede Dienstleistung, jedes Unternehmen und jede Zielgruppe funktioniert, so sehr ist das einfach eine Lüge.

In den letzten Punkten unserer Mythen Liste bin ich immer wieder darauf eingegangen, wie individuell der Funnel auf deine Zielgruppe, dein Produkt, dein Unternehmen eingehen muss.

Deswegen gibt es meiner Meinung nach keinen “einer für alle Funnel”.

Denn ob ein Funnel in der Lage ist, den Traffic zu konvertieren, hängt nicht nur vom Funnel selbst ab.

In den meisten Fällen tragen andere Faktoren nicht nur dazu bei, sondern sind auch viel wichtiger.

Zum Beispiel das Vertrauen und den Markenwert, die Qualität deines Produkts, die Validität deines Angebots oder die Art der Zielgruppe, die du hast.

Mit anderen Worten: Du kannst die schönste Landingpage und perfekt abgestimmte Automatisierungen haben, doch wenn dein Targeting, deine Texte, dein Angebot, dein Zahlungsprozess oder dein Kundenservice schlecht sind, werden auch deine Ergebnisse schlecht sein!

Doch das ist noch nicht alles! Zu Beginn habe ich erwähnt, dass ein Funnel nicht als einmaliges Ereignis betrachtet werden sollte.

Im Idealfall sollte ein Kunde, der einmal konvertiert hat, innerhalb des richtigen Zeitrahmens immer wieder in den Kreislauf eingespeist werden, damit er wiederholt konvertiert und zu einem wiederkehrenden Kunden wird, der sich mit deinem Unternehmen oder Produkt verbunden fühlt, ohne sich gedrängt zu fühlen.

An dieser Stelle kommen andere Faktoren wie Kundenservice, Produkttreppe und alle anderen Teile eines funktionierenden Unternehmens ins Spiel.

Die nackte Wahrheit: Letztendlich hängt ein profitabler Funnel nicht nur von Produkt, Angebot und Zielsetzung ab, sondern dein Funnel viel mehr ein Spiegelbild deines Unternehmens selbst und wie einzigartig oder vertrauenswürdig es vom Verbraucher wahrgenommen wird.

Deswegen ist das Funnelbuilding auch so ein Spaß (weil abwechslungsreich) und auch so herausfordernd, wenn das nicht dein Hauptjob ist.

Das Schlusswort zu den Mythen über Funnels

Dein Funnel ist deine entworfene Kundenreise, die du dir überlegt hast. Neben der Technik spielen auf Strategie, Verkaufen, Kommunikation und deine Persönlichkeit eine riesige Rolle.

Ein ganz schönes Brett, wo doch deine Expertise wahrscheinlich woanders liegt.

Deswegen bin ich hier und begleite dich bei diesem Abenteuer Funnel, denn deine Expertise darf weiter in die Welt, damit du mehr Menschen helfen kannst.

Wenn du Fragen zum Thema Funnel hast, melde dich bei mir und wir besprechen ganz individuell deinen Weg: Lass uns kennenlernen